„Still sitzen und nichts tun ist wirklich das Schwerste für mich.“

 

 
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Hotelgäste, die die Möglichkeit haben, mit Lukas in seinem „Himmelbüro“ zu trainieren, d.h. im hoteleigenen Fitnessstudio auf dem Dach, können das leicht erkennen. Als erfahrener Motivator und Spezialtrainer mit einer Leidenschaft Menschen zu unterstützen hat er mit seiner sanfte Art der Bewegung Hunderten von Menschen dabei geholfen, ihre Fitnessziele zu erreichen.

Wessen sich seine Kunden wahrscheinlich nicht bewusst sind, sind die Lebenserfahrungen und persönliche Einsichten, die Lukas zu einem hingebungsvollen Profi und einem großartigen Mann gemacht haben, der heute eine vielseitige Persönlichkeit mit einer interessanten Lebensgeschichte ist.

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"Ich freue mich auf meine Arbeit ... meine Kunden sind meine Freunde und es gibt diese besondere Energie, die zwischen uns fließt."

Die tschechische Kultur hat auch starke historische Assoziationen mit einem aktiven Lebensstil, insbesondere mit der legendären Sokol-Turnbewegung. Hat dies Ihre Berufswahl beeinflusst?
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Es hatte einen großen Einfluss. Ich wuchs in einem Dorf auf und besuchte eine kleine Schule mit großartigen Lehrern, die diese Tradition aufrecht hielten. Bei Sokol geht es darum, Bewegung in Ihr Leben zu integrieren, Ihren Körper und Ihr Gehirn zu entwickeln und zu glauben, dass ein guter Geist in einem gesunden Körper gedeiht.

Erzählen Sie mir ein wenig über Ihre Anfänge. Wo sind Sie aufgewachsen?
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Ich bin in einem kleinen Dorf westlich von Prag aufgewachsen. Meine Eltern hatten einen kleinen Bauernhof mit allen möglichen Tieren und nebenan hatte mein Onkel noch eine Schafherde, eine Kuh und ein Pferd. Es gab immer viel harte Arbeit, Holzsägen und ähnliches. Ich mochte die Tiere und das Leben draußen, aber dennoch war ich unzufrieden mit diesem Leben und wollte fliehen. Als ich älter wurde, begann ich diese Arbeitsethik zu schätzen und habe sie in meine Einstellung zur Fitness übernommen. Man muss den Boden ackern, Samen säen und warten, um Früchte zu ernten.

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In gewisser Weise waren Sie also geboren, um in der Fitnessbranche zu arbeiten?
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Das habe ich zuerst nicht gedacht. Ich war sicher ein guter Sportler, aber für mich hatte „Fitness“ sehr schlechte Assoziationen. Die Leute dachten, ich wäre ein Anwalt! Ich bewarb mich sogar tatsächlich für ein Jurastudium, aber ich besuchte diese Fakultät nie. Stattdessen studierte ich Sportlehre und Sportcoaching. Ich erinnere mich an Freunde, die in diesen Jahren gekommen sind und mich immer um Rat gefragt haben. Ich schien etwas an mir zu haben, dass sie dazu animierte Fragen zu stellen. [Natürlich] das Unterrichten verlockte mich und ich folgte diesem Weg. Als ich nach London ging, um Englisch zu lernen und als privater Trainer zu arbeiten, hatte ich einen Magistertitel und möglicherweise bessere Trainingserfahrung als die meisten jungen Trainer, die neben mir gearbeitet haben. Aber bald wurde mir klar, dass meine richtige Ausbildung gerade erst begonnen hatte.

Sie haben einige ziemlich interessante Erfahrungen in London gemacht.
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Ich bin in der 5 O’Clock Show auf Channel 4 als Trainer und Übungsberater aufgetreten und habe einige hochkarätige Typen und auch normale Leute bei der Sendung in Form gebracht. Dies führte dazu, die Leute zu treffen, die meine Titel des Guinness-Weltrekords ermöglichten. Ich erinnere mich, dass ich auf der Straße viel von Teenagermädchen erkannt wurde, die um 17 Uhr fernsahen! Ich war auch Teil einer Kunstinstallation von Martin Creed’s Work No. 850 in der Tate Britain.

Durch eine weltberühmte Kunstgalerie zu laufen, muss surreal gewesen sein. Wie sind Sie in einem solchen Gig hineingeraten?
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Ich musste mit Hunderten von anderen Läufern zur Bewerbung. Diejenigen, die den Job bekamen, mussten so schnell wie möglich alle 30 Sekunden durch die 100-meter-lange Haupthalle rennen. Die Besucher des Museums wussten nicht, was los war. Die Wachleute mussten ihnen immer wieder das Konzept erklären. Es war eine unglaubliche Erfahrung, aber körperlich sehr anstrengend. Ich habe mich dabei auch verletzt und war schließlich durch die Arbeit in London im Allgemeinen ziemlich ausgebrannt.

Was waren bisher noch andere berufliche Höhepunkte Ihrer Karriere?
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Den größten Teil meiner Karriere habe ich dem Boxen gewidmet, obwohl ich im Karate- und auch olympischen Gewichtheben in der Meisterklasse gekämpft habe. Momentan trainiere ich einen tschechischen Profiboxer, der aktueller Weltmeister ist. Er hat einen bevorstehenden Titelkampf.

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"Bewegung in Ihr Leben zu integrieren, Ihren Körper und Ihr Gehirn zu entwickeln und zu glauben, dass ein guter Geist in einem gesunden Körper gedeiht, ist eine tschechische Tradition."

Sie reisten schon viel. Was sind Ihre Lieblingsziele und wie pflegen Sie einen gesunden Lebensstil, wenn Sie unterwegs sind?

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In Neuseeland, wo ich ein Jahr lang gelebt habe, um mich von der Zeit in London zu erholen, habe ich das Surfen gelernt. Ich liebe auch Lateinamerika und Mittelamerika. Ich habe 6-7 Wochen in einem kleinen mexikanischen Fischerdorf in Puerto Vallarta gesurft und war auch in Nicaragua. Ich versuche in der Regel, etwas zu lernen oder aktiv zu bleiben, wenn ich im Urlaub bin. In den tschechischen Bergen fahre ich auch viel Ski und Snowboard.

Wie motivieren Sie Menschen, die im Gegensatz zu Ihnen nicht im Urlaub trainieren möchten?

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Die meisten unserer Kunden hier im Hotel haben bereits eine Trainingsroutine entwickel, die sie beibehalten möchten. Andere freuen sich schon darauf, eine neue Trainingsroutine zu entwickeln, weil sie endlich Zeit haben, zu üben. Ich muss sie also nicht unbedingt zwingen, sondern nur Tipps anbieten, wie man ein Leben im Bereich Fitness und Ernährung aufbauen kann. In vielen Fällen haben die Menschen nur falsche Ziele und ich versuche ihre Denkweise positiv zu beinflussen.

Warum ist der Service, den Sie den Hotel-Josef-Gästen anbieten, so einzigartig?
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In kurzer Zeit kann ich genau sehen, was die Menschen brauchen, und kann sie tatsächlich mit meinem gewohnheitsorientierten Ansatz animieren die Fähigkeiten zu erwerben, die ihnen helfen, weiterzumachen. Und ich kann Online-Coaching anbieten, Beispielübungen machen, was immer nötig ist, um diese Ziele und Gewohnheiten aufrechtzuerhalten. Ich denke, das Wichtigste ist die Verbindung, die sich zwischen einer Person und ihrem Trainer entwickelt.

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Welche Prager Reiseroute würden Sie den Besuchern empfehlen, die einen aktiven Urlaub in der tschechischen Hauptstadt verbringen möchten?
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Prag ist eine perfekte Stadt zum Laufen oder auch einfach nur zum Spazierengehen. Sie müssen früh am Morgen aufstehen, um die Dinge zu sehen, die Sie normalerweise als typischer Tourist nicht sehen würden. Und oft stoßen Sie im Sommer auf kostenlose Aktivitäten wie Open-Air-Yoga. Ich mag den Stromovka-Park, der einfach wunderschön ist. Der Letná-Park eignet sich auch für Läufer.

Was machen Sie, wenn Sie die Leute nicht in Form bringen?
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Ich lese gern. Ich spiele auch Mundharmonika und Ukulele. Aber auch wenn ich mich entspanne, genieße ich Bewegung. Still zu sitzen und nichts tun ist für mich das Schwerste.

Was sind die befriedigendsten Aspekte Ihrer Arbeit und welche sind die größten Herausforderungen?
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Ich freue mich auf meine Arbeit. Meine Kunden sind meine Freunde und es ist sehr entspannt. Es gibt diese besondere Energie, die fließt. Die Leute sind dankbar für mein Wissen und das ist wirklich eine Belohnung, deshalb mache ich gerne das, was ich tue. Ich wünsche, ich könnte ihnen mehr Zeit widmen, ihnen mehr geben. Ich bemühe mich, die Trainingseinheiten kurz zu halten, weil ich möchte, dass die Gäste etwas mitnehmen können.

Wer hat Sie beeinflusst und wer sind Ihre persönlichen Helden – Menschen, die Sie inspiriert haben und Ihnen auf diesem Weg geholfen haben?
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Ich achte meine Mama und meinen Papa für ihre Einstellung zum Leben. Meine Helden und Idole sind in erster Linie meine guten Freunde. Früher haben mich sicher auch mein Boxtrainer Colin Lake und mein Gewichtstrainer Giles Greenwood stark beinflusst.
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Obwohl Sie sehr diszipliniert sind, müssen Sie doch ein heimliches Laster haben? Bitte verraten Sie es und lassen Sie uns alle beim Lesen besser fühlen.
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Ich genieße immer guten Wein und Gebackenes.
Besonders Croissants.

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