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Prager Chick mit Blick: Wo Adolf Loos heute logieren würde (12. Mar 2005)
Magazine: Die Presse
Author: Winfried Schneider

Prager Chick mit Blick: Wo Adolf Loos heute logieren würde

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Gleich draußen vor dem Hotel wartet Prag. Mit so vielen sehenswerten Plätzen, Gassen, Ufern, Hügeln, mit all der Gotik, der Renaissance und dem Barock, mit Gründerzeit und Jugendstil, dass man aus dem Schauen nicht herauskommt. Da tut es gut, wenigstens zwischendurch den Augen etwas Ruhe zu gönnen. Im Josef zum Beispiel, dem Design-Hotel, das Eva Jiricna entworfen hat. Bloß einen Katzensprung vom Altstädter Ring und dem Touristengeschiebe entfernt, hat die Architektin eine Oase der Ruhe geschaffen. Im Gegensatz zu anderen "modernisierten" Hotels ist das Josef von Grund auf eine Neulösung. Man spürt das in jedem Detail. Jiricna schloss eine Baulücke in der Rybná, dem mittelalterlichen Fischmarkt. "Ihre Markenzeichen sind Transparenz und ein aufrichtiger Umgang mit Materialien", beschreibt Milena Findeis vom Hotel Josef die typische Linie der tschechisch-englischen Stararchitektin. "Das viele Weiß ist wohltuend für die Augen". Auch das viele Glas.
Glas für die elegant gewundene Treppe und für die Tische und Duschabteile. Nach mehreren renommierten Architekturpreisen wird das Josef in internationalen Zeitschriften von Vogue bis Sunday Times abgefeiert. Tschechiens lange und reiche Tradition in der funktionalistischen Moderne wirkt sichtlich fort, und sie bringt nach wie vor beeindruckende Bauten hervor.