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Prag: Die unerträgliche Leichtigkeit der Bars (06. Mar 2008)
Magazine: Drinks
Author: Heinfried Tacke

Prag: Die unerträgliche Leichtigkeit der Bars

Samstag, 22.25 Uhr
 
Zu Fuß unterwegs in Richtung Josefstadt, das alte historische Viertel. Auf dem Weg liegt das Hotel "Josef" - eines der modernen Designerhotels, die hier mehr und mehr aus dem Kraut schießen. Das Hotel ist aber das erste seiner Art gewesen in Prag. Es nimmt für sich ein durch einen ganz klaren Stil, den das Haus prägt: geradlinig, hell und transparent. Unversehens sitze ich wieder in der Bar des "Josef". Die Adresse hat etwas. Die offene Fensterfront gibt den Blick unverstellt frei in die pittoreske Schnörkelwelt der alten Gassen. Die offene Lobby-Bar atmet dagegen Moderne pur. Ein anregender Kontrast. In jeder Bar tummeln sich junge Jet-Setter. Man kommt eigentlich jedes Mal mit irgendwem in Konakt, dessen Job einen prickelnden Austausch eröffnet. Es ist meistens nicht viel los. Nur wie kaum eine andere Hotelbar schafft der Ort es, einen eigenen Mix von Menschen zu erzeugen: jene, die hier logieren, mit denen, die von draußen neugierig hineinstolpern. Außerdem gibt es einen ordentlichen "B52", und der Illy Kaffee lockt ebenso. Ich spüre die "Alcronie" von Milan noch, trinke einen Espresso und komme mit Milena aus Mailand und ihrem Freund ins Gespräch, dessen Namen ich vergesse. Netter Zwischenstopp.