From:  
To:  
BEST ONLINE RATES





 Back


Das "Josef" (19. Mar 2003)
Magazine: Hotel Touristik
Author: By Klaus Lukas

Das "Josef"

Das „Josef“

Das Designerhotel „Josef“ ist von zeitgenössischer Eleganz und
mitten im Herzen der Prager Altstadt eine echte Sensation.



Die österreichischen Besitzer hatten den Mut, auf das konventionelle Hotel-Interieur zu verzichten und eine minimalistische, gleichzeitig aber höchsten Komfort bietende Architektur als Ausstattung zu wählen.

Die tschechische Metropole ist vom Geheimtipp zum Höhepunkt vieler Europareisen geworden. Die Stadt liegt voll im Trend und ist als „Hollywood des Ostens“ Drehort zahlloser internationaler Filme.

Seit der samtenen Revolution sind viele neue Hotels aller Kategorien entstanden und ältere Häuser auf modernen Stand gebracht worden. Österreichische Gruppen gehören zu den bedeutendsten Hotelbetreibern der tschechischen Hauptstadt. Die Restaurant- und Beislszene boomt. Vergessen sind die kommunistischen Zeiten mit ihren staatlichen Ausspeisungsstellen und Einheitsmenüs. Die Zahl der Restaurants, Kneipen und Cafés geht in die Tausende. Prag ist zu einer kulinarischen Weltstadt geworden. Alle nationalen Küchen sind natürlich an der Moldau präsent. Und die alten Rezepte der böhmischen Großmütter erleben in verfeinerter, dem modernen Geschmack angepasster Form eine glänzende Renaissance. Die Geschichte hat ein wohlwollendes Auge auf die Stadt an der Moldau geworfen und zugelassen, dass die Kriege kaum Zerstörungen an der historischen Bausubstanz angerichtet haben.

Kleinod zeitgenössischer Architektur

In makellosem Zustand und zum Teil geschmackvoll restauriert präsentiert sich das riesige Meer an Kirchen, Palästen und Häuser der verschiedenen Stilepochen. Ist in dieser historischen Stadt auch Platz für Modernes? Oder ist sie in ihrer Geschichte stecken geblieben? Im Gegenteil, Prag ist eine fortschrittliche Stadt, besonders auch im Bereich der Kunst und Architektur.
Wenn es eines Beweises bedarf, dann ist es das Hotel „Josef“. Das „Josef“ ist ein spezieller Beitrag aus Österreich zum Prager Tourismus. Schon der Name lässt in seiner Schlichtheit das Besondere dieses Hauses erahnen. Es heißt eben nicht Franz Josef oder gar Kaiser Franz Josef oder Royal Joseph, sondern schlicht Josef. Mitten im Zentrum, wenige Gehminuten von der Karlsbrücke und vom Wenzelsplatz, ist es ein Kleinod zeitgenössischer Architektur. Robert Deiner, der Präsident von „Design Hotels“, war von dem Konzept des Hauses so beeindruckt, dass er es als erstes und bisher einziges Mitgliedshotel in der tschechischen Republik akzeptierte. Die Sunday Times beschrieb das „Josef“ kürzlich als „the best hotel in Prague“. Das „Josef“ ist nicht nur als unaufdringlicher designerischer Kontrast im Prager Stadtbild bemerkenswert. Es steht fürsich als Werk der Baukultur des 21. Jahrhunderts und bereichert die Prager Gebäudelandschaft um eine neue Dimension.

Rudolf Ploberger, Eigentümer des Hotels Stadtkrug in Wels, eröffnete in Prag schon 1995 das Hotel „Maximilian“. Später erwarb er ein unbebautes Grundstück, auf dem heute das Hotel „Josef“ steht. Es wurde nach dem Entwurf der in Tschechien geborenen und in London berühmt gewordenen Architektin Eva Jiricna errichtet und am 22. Juni 2002 eröffnet. Jiricna ist international für ihren funktionalen und minimalistischen Stil bekannt und hat zum Beispiel europaweit die Hugo Boss Shop gestaltet.

Im Gegensatz zu den meisten „modernen“ Hotels in Stadtzentren musste sich das „Josef“ nicht in ein vorhandenes Gebäude einfügen. Es ist von Grund auf eine Neulösung, die völlig auf den Bedarf anspruchsvoller Gäste ausgerichtet wurde. Das Gesamtdesign und alle Details konzentrieren sich auf die essenziellen Anliegen des Komforts und vermeiden Elemente von entbehrlichem Luxus, wie man sie in vielen Hotelzimmern findet. Das natürliche Zentrum der Anlage ist ein Garten, der inmitten der pulsierenden Stadt wie eine Oase der Ruhe wirkt. Die öffentlichen Räume ebenso wie die einzelnen Zimmer werden durch natürliche Lichteffekte geprägt und setzen auf Transparenz und Geborgenheit.

Wegen der Hochwasserkatastrophe musste das 110 Zimmer, Vier-Sterne-Hotel am 13. August evakuiert werden. Durch einen geplatzten Kanal wurden die Untergeschoße bis zu einer Höhe von vier Metern unter Wasser gesetzt. Alle technischen Einrichtungen wurden vernichtet. Am 1. Oktober wurde das „Josef“ zum zweiten Mal eröffnet und erreichte im selben Monat bereits wieder eine Auslastung von 70 Prozent.